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Story Notes:
Weder habe ich Rechte an Namen, Personen oder allem anderen noch verdiene ich mit diesem Hobby Geld... :-)

Liebes OBL-Team, ich hätte liebend gern die 10 Wörter makiert aber ich bekomms leider einfach nicht hin. Vielleicht erklärt mir das einer genau oder übernimmt es für mich?
Nicht böse sein :-)




Die leisen Stimmen aus dem Nebenraum drangen gedämpft zu mir durch. Der Rausch, den der Alkohol wie jeden Abend in meinen Kopf zauberte, ließ mich alles schemenhaft und unklar sehen. Das Zimmer war kalt und leer.

Ich lag betäubt auf dem Bett und sehnte mich nach Erlösung. Nach Frieden. Nach dem Tod... Doch diesen Gefallen tat mir das Schicksal nicht.
Es spielte wie immer nach seinen ganz eigenen, egoistischen Regeln.

Der Schmerz in meinen Beinen, der laut des Arztes nur ein Phantomschmerz sei und somit nicht wirklich vorhanden, erinnerte mich an die Nacht vor wenigen Monaten.
An die Sirenen, die laut schreiend von einem Unfall berichteten, die hektischen Stimmen der Ärzte und Feuerwehrmänner die mit großen lauten Maschinen meinen völlig zerfetzten Wagen weiter auseinander nahmen und auf mich einredeten, das quietschen der blockierenden Räder und der ohrenbetäubende Knall der verkündete das mich endlich ein Baum bremste...

Durch einen Schleier der Tränen dachte ich an die Zeit im Krankenhaus, in der ich bewegungsunfähig mit geschlossenen Augen in einem Bett lag und mit anhören musste wie Freunde und Verwandte kamen und gingen, mit mir sprachen, beteten und flehten das ich endlich aufwachen würde.

Tage später, die sich wie Wochen anfühlten, gelang es mir die Augen zu öffnen.
Warum hatte ich das tun müssen? Warum hatte ich nicht einfach liegen bleiben können und den Kampf aufgeben?
Wie oft hatte ich mich das schon gefragt?
Natürlich hätte ich nicht einfach gehen können. Das Weinen und Schluchzen meiner Mom, die warme Hand meiner Schwester und die guten Zusprüche all der Anderen ließ mich glauben, das alles wieder gut werden würde. Die Schmerzen vorbei gehen würden.

Aber das taten sie nicht. Sie waren immer noch da. Jetzt in diesem Moment ließen sie meinen Körper erzittern und mir den Schweiß auf die Stirn treten.
"Orlando?" Die zarte Stimme Samantha´s holte mich unbarmherzig zurück in die Realität.

"Hmm..." Ich hoffte, meine grummelnde Antwort würde sie vertreiben und mir die Möglichkeit geben, weiter in Selbstmitleid zu versinken.
"Ich weiß das du wach bist. Du konntest dich noch nie schlafend stellen." Sie lächelte und setzte sich zu mir auf die Bettkante.
"Ich bin Schauspieler! Wie kannst du so was sagen?" Zäh wie Kaugummi verließen die Worte meinen Mund.
"Du musst endlich mit dieser Trinkerei aufhören! Das macht das Geschehene auch nicht besser. Und das weißt du auch."

Müde rappelte ich mich auf und starrte sie durch verschleierte Augen an.
"Und was macht es dann besser deiner so fachmännischen Meinung nach?"
Wie oft wollte sie mich noch mit diesem Thema nerven? Ich wollte doch einfach nur in Ruhe gelassen werden.

"Verdammt noch mal, Orlando, nun hör endlich auf dich so gehen zu lassen! Wir haben uns alle nicht gewünscht das dein Leben diese Wendung nimmt. Es hat uns alle verändert, positiv wie negativ. Doch es würde für jeden hier einfacher werden, wenn du dein Schicksal endlich mal in die Hand nehmen würdest und kämpfst! So wie du es immer getan hast!" Sie stand auf und baute sich wütend vor meinem Bett auf.

"Das ist nicht fair..."
"Ich hab wirklich die Schnauze voll von dir Brüderchen und deswegen wird sich jetzt endlich was ändern! Das Leben ist nicht fair! Und du hast es schon mal geschafft, dem Rollstuhl zu entkommen und das wirst du auch ein weiteres mal..."
"Ein weiteres Mal? Was glaubst du eigentlich wie es im wirklichen Leben zugeht Samantha? Ich habe nicht die Kraft das ganze noch mal zu überstehen. Und ich will es auch nicht..."
Erschöpft ließ ich mich wieder in die Kissen fallen und schloss die Augen.

Samantha schnaufte und setzte dann ein selbstsicheres Gesicht auf. "Wie schön das du keine andere Wahl mehr hast. Die Entscheidung ist gefallen, die Familie hat entschieden. Morgen früh geht es los, ob du willst oder nicht!"
"Was meinst du damit?!" Ein ungutes Gefühl machte sich in meiner Magengegend breit.

Sie drehte sich an der Tür noch einmal um und lächelte mich süffisant an. "Das wirst du schon sehen kleiner Bruder, das wirst du schon sehen!"
"Samantha! Komm zurück! Was soll das bedeuten? Das ist ungerecht!" Ich setzte mich im Bett auf und wollte nach dem Rollstuhl greifen, doch dieser stand zu weit entfernt.
"Ich bin deine Schwester, da kannst du keine Gerechtigkeit erwarten mein Lieber." Damit schloss sich die Tür hinter sich und ließ mich allein.

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Das unbarmherzige Klingeln des Weckers verpasste mir eine gehörige Portion Kopfschmerzen.
"Ohhhh man.... Ruhe!" Wütend tastete ich nach dem Übeltäter und verpasste ihm eine.
Grummelnd zog ich die Decke höher und vergrub mein Gesicht in den Kissen.

Ich entschwand gerade wieder dem Land der Träume als meine Zimmertür aufgerissen wurde und Samantha ins Zimmer rauschte.
"Guten Morgen! Raus aus den Federn mein Dicker, wir haben viel zu tun."
"Hau ab Sam! Mein verfluchter Kater bringt mich auch ohne dein zutun um. Ich will einfach nur schlafen!"
"Und ich deinen Knackarsch, aber wir bekommen neben nicht immer das was wir uns wünschen."

Mit einem Ruck wurde meine Decke vom Bett gerissen und Kälte umfing mich.
"Sag mal spinnst du? Hau endlich ab!" Wütend und erschrocken setzte ich mich auf und starrte sie an. Ich hätte es besser nicht getan.
"Uhhh, autsch"
"Na? Tuts weh?" Sie grinste von einem Ohr zum andern als ich mir mit schmerzvollem Gesicht an die Stirn fasste.
"Hmpf!"

Lachend zog sie den Rolli heran und packte mich am Arm.
"So, und nun raus aus den Federn. Das Auto steht schon unten und wir wollen los."
Misstrauisch sah ich ihr in die Augen. Was wollte sie boß von mir?
"Auto? Wo wollen wir hin?"
Schmunzelnd klaubte sie meine Schuhe zusammen und zog meine gefühllosen Beine vom Bett.
"Das verrat ich dir bestimmt nicht. Und auch wenn du es wüsstest, es würde auch nichts ändern. Also lass dich überraschen und füge dich deinem Schicksal."
Mürrisch schaute ich ihr dabei zu wie sie meine Schuhe zuband und ließ mir danach in den Rolli helfen.

"Ich hab nicht geduscht! Und Frühstück hatte ich auch keins."
Sie schob mich in den großen hellen Flur und öffnete die Haustür.
"Brauchst du auch nicht. Wir essen zwischendurch irgendwo."
Irgendwo? Wie lange hatten wir denn vor zu fahren? Und vor allem wohin? Diese Ungewissheit machte mich noch wahnsinnig.

Zwei Stunden später fuhren wir schweigend auf einer kleinen Landstraße ins Landesinnere und verputzten unsere Sandwiches.
"Sagst du mir jetzt bitte wo es hingeht?" Ich wischte mir die letzten Krümel aus dem Bart und starrte auf die Straße.
"Nein, gedulde dich. Wir sind in ca. einer Stunde da. Dann wirst du es wissen."
Frustriert fügte ich mich meinem Schicksal und schloss die Augen. In spätestens einer Stunde war ich schlauer.

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Das holpern des Wagen schreckte mich auf. Müde rieb ich mir die Augen und begutachtete meine Umgebung.
Wir fuhren einen schmalen dicht bewachsenen Waldweg entlang bis ein kleines rotes Gebäude in sicht kam.
"Wo zum Henker sind wir Sam?" Unsicher sah ich mich um.
"Geduld Dicker, geduld." Ohh wie ich es hasste, wenn sie mich so nannte.

Sie stieg aus und half mir aus dem Wagen.
"Herzlich Willkommen! Habt ihr gut hergefunden?" Eine junge Frau trat auf die Veranda und kam uns lächelnd entgegen.
"Ja danke, die Beschreibung war sehr gut." Sam ging auf die Frau zu und reichte ihr die Hand.
"Schön, ich bin Laila. Sie sind Samantha oder? Wir hatten telefoniert?" Sie lächelte und schüttelte Sam´s Hand.
"Genau. Und das ist der Dickkopf von dem ich erzählt habe." Sam deutete auf mich und ich bedachte sie mit einem bösen Blick.

"Hallo, ich bin Orlando." Mürrisch betrachtete ich sie. Ganz hübsch…
Lachend sah sie mir in die Augen. "Ich weiß!"
Seufzend stellte ich mal wieder fest, das selbst in dieser Einöde hier mein Gesicht nicht fremd war.
Als wenn sie meine Gedanken lesen könnte schmunzelte sie mich an. "Wir haben hier auch ein Kino Mr. Bloom. Und Strumpfhosen stehen dir fantastisch."
Ich spürte wie die Röte meine Wangen eroberte.

"Also, dann zeig ich euch erstmal eure Zimmer und ich stell euch dann den Anderen vor." Laila ging voraus über eine Rollstuhlrampe ins Haus und wir bezogen unsere Zimmer.

"Sam, was machen wir hier? Hier ist nichts außer Wald, Wald und noch mehr Wald."
Sie packte grade die letzten Klamotten in die Schubladen der Kommode und schmiss meine Tasche in die nächste Ecke.
"Wir bekommen dein Leben wieder in den Griff. Hier kommst du allein so schnell nicht wieder weg und musst dich mit dir selber auseinandersetzten." Sie löste die Bremsen meines Rollis und schob mich nach draußen. "Und da es hier weder Telefon, Fernsehen noch Alkohol gibt, wirst du da auch nicht vor weglaufen können."

Bitte was? Kein Telefon? Fernsehen? Waren wir denn überhaupt noch in Amerika?
"Das ist doch wohl nicht dein Ernst! Was soll ich dann bitte machen? Vielleicht ne Runde Joggen gehen?" Wütend verschränkte ich die Arme vor der Brust.
"So ähnlich... Lass dich Überraschen."

Ohne weiter auf meine Fragen einzugehen verließen wir das Haus und trafen auf die wartende Laila.
"Na, alles zu eurer Zufrieden?"
"Ja danke, und was sollen wir jetzt hier?" Langsam reichte es mir, ich wollte einfach nur noch nach Hause.

"Uhh, schlechte Laune was? Na, das wird sich gleich sicherlich bessern." Mürrisch ließ ich mich über den Platz fahren und hörte den beiden Damen bei ihrer Angeregten Unterhaltung zu.
Mich ignorierten sie vollkommen.

Wir kamen an eine Art Scheune deren Tor weit offen stand.
Ein mir wohlbekannter Geruch stieg mir in die Nase. Pferde!
"Hey meine Schönen. Wir haben Besuch!" Lailas Stimme hallte in dem düster wirkenden Gang wieder und fünf weiche Nasen schauten neugierig aus ihren Boxen.

"Wenn ich vorstellen darf? Das sind Lady, Albertino, Bonbon, Montoya und Granini. Und der kleinste dahinten in der letzten Box ist Cavour, unser jüngster."
Ich wurde an den Boxen vorbeigeschoben und wurde freundlich von jedem Vierbeiner beschnuppert.
Wie verzaubert streichelte ich über die leise schnaubenden Nüstern eines großen dunkelbraunen Wallachs.
"Das ist Bonbon. Mein ganzer Stolz." Laila hockte sich neben mich und knuffte Bonbon in die Nase.

"Das ist ja sehr nett, aber was soll ich hier?" Ich kehrte dem braunen Riesen den Rücken zu und schaute Sam niedergeschlagen an.
"Na was wohl? Reiten du Dummerchen!" Sie lachte und schüttelte ihr langes Haar. "Zumindest du. Mir ist das alles nicht ganz so geheuer hier."

Ungläubig starrte ich sie an. "Bist du völlig übergeschnappt? Ich sitze in diesem Ding hier falls es dir noch nicht aufgefallen ist. Damit kann man nicht reiten!"
Wut und Frustration machte sich in mir breit. Das war wirklich der blödeste Streich den sie mir je gespielt hatte.
"So? Woher weißt du das denn? Hast du es schon mal versucht?" Laila musterte mich grinsend.

"Natürlich nicht! Wie sollte ich?" Jetzt mischte die sich auch noch ein. Was sollte dieses blöde Spiel hier nur?
"Nun, deswegen bist du hier. Um es zu lernen." Aufmunternd lächelte sie mich an.
„Und wie soll ich mich da oben halten? Das ist schon schwer genug mit Beinen, aber ohne ist es schlichtweg unmöglich!“ Tränen stiegen mir in die Augen als mir klar wurde das ich nie wieder reiten würde.
„Du bist hier aber nicht in irgendeinem Stall gelandet. Es gibt spezielle Sättel für Querschnittsgelähmte und die funktionieren sehr gut. Du wirst nicht fallen. Du musst es ausprobieren. Und wir fangen heute damit an."

Sie behielt recht. Wie die folgenden Wochen auch. Egal wie sehr ich mich wehrte, ihre Sturheit war stärker. Und ich fügte mich ihr.

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6 Wochen später

"Nun komm endlich, seit wann sind wir denn so gemächlich unterwegs?" Ihre Stimme schallte klar und deutlich durch den Wald.
Ich lächelte und kitzelte Granini zärtlich mit der Gerte. "Komm schon mein Mädchen, ich weiß es ist kalt, aber wenn wir hier noch weiter Rumstehen bekommen wir kein Abendessen. Und ich hab Kohldampf!"
Die fuchsfarbene Stute unter mir schnaubte missmutig und setzte sich in Bewegung. Wir fielen in einen leichten Trab und erreichten Laila, die schon ungeduldig auf Bonbon saß.
"Es wird bald dunkel und wenn ich mich nicht irre bekommen wir wieder Schnee."
"Schon wieder? Wie oft sollen wir denn noch einen Schneemann bauen damit die Wege frei bleiben? Mir reichts langsam.“ Es schneite schon seit drei Wochen.

Fleißig marschierten Granini und Bonbon gemeinsam durch den fast Kniehohen Schnee und brachten uns bald Richtung Heimat.
Der helle Glockenklang, den Laila absetzte, verkündete unsere baldige Heimkehr und die Pferde legten noch einen Zahn zu.
Wieder im Stall war schnell der Kran befestigt und ich saß schweißgebadet aber glücklich wieder im Rolli.
"Na, das war doch gar nicht so schlecht du lahme Ente." Laila strahlte über das ganze Gesicht und gab die schon hungrigen Riesen an den Stallburschen weiter.

Stolpernd schob sie mich über den geräumten Weg zur Veranda und klopfte sich die Beine ab.
"Willst du hier festfrieren?" Bibbernd öffnete sie die Tür und wartete.
"Ich würde gern noch etwas hier draußen bleiben. Warte nicht auf mich, ich komm schon zurecht." Ich lächelte sie an und sie schmunzelte.
"Dickschädel. Aber bleib nicht zu lange. Samantha langweilt sich sicher schon zu Tode." Sie kam zu mir und gab mir einen leichten Kuss.
"Nein, ich komme gleich." Liebevoll strich sie mir über die Wange und verschwand dann im Haus.

Ich schloss die Augen und atmete tief die frische klare Luft ein.
Wie berauscht betrachtete ich den Nachthimmel, der von einer Sternschnuppe durchzogen wurde.
Ich lächelte, wünschte mit etwas und dachte an die vergangenen Wochen.
Wie viel war passiert? Wie sehr hatte sich doch die Sicht auf mein Leben geändert. Endlich war die Angst vor der Zukunft gewichen und wurde von Freude und Glück abgelöst.

Denn dieser Ort hier war einfach magisch.
Er heilte auf seine ganz eigene Art...
Und wenn auch nicht meine Beine, meine Seele doch ganz sicher.





War schön mal wieder mitzumachen :-)
Ich hoffe es hat euch gefallen, hinterlasst mir doch ein Review ja? :-)
lg

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